Zwischen Hochgebirge und Bergwiesen: Die Kasseler Hütte

Die Kasseler Hütte liegt in einem umfangreichen Netz von gut markierten Höhen- und Wanderwegen, inmitten einer grandiosen Bergwelt. Für Bergsteiger, Hochtourengeher und Berwanderer gibt es viele Möglichkeiten sich in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen zu betätigen. Eine Durchquerung der gesamten Zillertaler Alpen ist von der Hütte aus möglich.

Aussichtsreich und gemütlich

Die imposante Bergkulisse und eine artenreiche Alpenflora und – fauna laden im Umfeld der Hütte zum Verweilen und Schauen ein.


Interessantes für Kletterer

Im unmittelbaren Bereich der Hütte befindet sich ein Klettergarten, der vom Bergführer Peter Habeler aus Mayrhofen angelegt wurde und alle Schwierigkeitsgrade beinhaltet. Die Ausbildung und das Training für Bergsportfreunde und Naturliebhaber sind hier bestens möglich.


Die Hüttenordnung

1. Meldepflicht und Ausweis

1.1 Jeder Nächtigungsgast muss sich bei Ankunft in das Hüttenbuch eintragen und den Meldevorschriften nachkommen.

1.2 Zur leichteren Auffindung Verunglückter und Vermisster wird jedem Hüttengast empfohlen, das Ziel seiner bzw. ihrer Bergtour und seine bzw. ihre Handynummer im Hüttenbuch anzugeben.

1.3 Vergünstigungen und Ermäßigungen gemäß der Tarifordnung erhalten nur Mitglieder
und Gleichgestellte mit gültigem Mitgliedsausweis.

2. Anspruch auf Schlafplätze


2.1 Die Hütten-Wirtsleute dürfen Vorausbestellungen für maximal 75% der Schlafplätze entgegennehmen. Die Einhebung einer Vorauszahlung, deren Höhe einvernehmlich zwischen der Sektion und den Wirtsleuten festzulegen ist, ist gemäß der Tarifordnung zulässig.

2.2 Bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz vor allen Hüttengästen haben:
- Erkrankte oder Verletzte, denen der Abstieg oder die Verbringung ins Tal nicht zugemutet werden kann;
-Rettungsmannschaften im Dienst.

2.3 Vorhandene Notlager werden erst dann vergeben, wenn sämtliche Schlafplätze belegt sind.

2.4 Für alle Schlafplätze ist die Verwendung eines Hüttenschlafsacks verpflichtend
vorgeschrieben.

3. Tarife


3.1 Die Hüttentarife werden im Rahmen der Tarifordnung von der Sektion festgesetzt und hängen in der Hütte aus.

3.2 Die Nächtigungstarife sind gegen Aushändigung eines von der hüttenbesitzenden Sektion festgelegten Nachweises zu entrichten. Dieser Nachweis gilt auch als Bestätigung für die Gepäckversicherung.

3.3 Eine Überbelegung rechtfertigt keine Tarifminderung.

3.4 Den Mitgliedern der hüttenbesitzenden Sektion dürfen keinerlei Vergünstigungen gegenüber anderen Alpenvereinsmitgliedern eingeräumt werden.

4. Verpflegung


4.1 Zumindest von 12 bis 20 Uhr muss mindestens eine warme Mahlzeit angeboten werden. Für mindestens ein „Bergsteigeressen" zahlen Mitglieder und ihnen Gleichgestellte einen um 20% ermäßigten Preis gemäß der Tarifordnung. Es muss ein alkoholfreies Getränk angeboten werden, das mindestens 40% billiger ist als Bier in gleicher Menge. Die Hütten-Wirtsleute haben das Frühstück und das Teewasser zeitlich abgestimmt auf die lokale bergsteigerische Notwendigkeit anzubieten.

4.2 Selbstversorgung ist nicht gestattet. Ausgenommen sind Mitglieder und Gleichgestellte, die jedoch, wenn sie nichts konsumieren, einen Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur der Hütte gemäß Tarifordnung entrichten. Nichtmitgliedern steht kein Recht zur Selbstversorgung zu. Mitgebrachte alkoholische Getränke dürfen generell nicht getrunken werden.

4.3 Der Selbstversorgerraum steht - so vorhanden - nur Mitgliedern zur Verfügung. Für die Benutzung sowie für das Brennmaterial ist ein Entgelt laut Tarifordnung zu bezahlen.

5. Rettungsmittel


5.1 In jeder Hütte sind geeignete und funktionierende Rettungsmittel durch die Sektion bereitzustellen. Für deren Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit sind die Hütten-Wirtsleute verantwortlich.

6. Verhalten in der Hütte und ihrem Umkreis


6.1 Jede Besucherin und jeder Besucher hat sich in der Hütte und ihrem Umkreis so rücksichtsvoll zu verhalten, dass sie bzw. er andere Personen nicht stört. Die Hütte und ihr Umfeld sind sauber zu halten, und alle Gäste haben zum Schutz der Gebirgswelt ihren eigenen Abfall selbst zur ordnungsgemäßen Entsorgung ins Tal mitzunehmen.

6.2 Generell soll von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr in der Hütte Ruhe herrschen. Die Hütten- Wirtsleute können aber im Einvernehmen mit der Sektion den Beginn der Hüttenruhe auch zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens jedoch ab 24.00 Uhr festsetzen. Die tatsächliche Zeit der Hüttenruhe ist gut sichtbar anzuschlagen. Früh Aufstehende müssen sich so verhalten, dass sie die Hüttenruhe nicht stören.

6.3 Das Spielen von Musikinstrumenten ist nur im Einvernehmen mit den Hütten- Wirtsleuten gestattet. Musikalische Darbietungen gegen Eintrittsgeld sind grundsätzlich nicht gestattet.

6.4 Rundfunk-, Fernseh- und Musikgeräte dürfen weder in den Aufenthalts- und Schlafräumen noch im Hüttenbereich benutzt werden. Ausgenommen sind der Empfang des Wetter- und des Lawinenlageberichtes bzw. der Betrieb von Audiogeräten mit Köpfhörern außerhalb der Hüttenruhe. Die Hütten-Wirtsleute können für bestimmte abgeschlossene Räume Ausnahmen zulassen, wenn die Gewähr besteht, dass die Gäste in den übrigen Räumen dadurch nicht gestört werden.

6.5 Rauchen ist in der gesamten Hütte nicht gestattet.

6.6 In den Schlafräumen darf weder gekocht noch gegessen werden. Sie dürfen nicht mit Berg- und Skischuhen betreten werden. Das Hantieren mit offener Flamme (Kerzen, Gaskocher etc.) ist nicht gestattet.

6.7 Bei Platzmangel dürfen Sitzplätze in den Gasträumen nicht im Voraus belegt werden; auf Wartende ist Rücksicht zu nehmen.

6.8 Das Unterbringen von Tieren muss in jedem Fall vorab mit den Hütten-Wirtsleuten abgeklärt werden. Tiere dürfen in Schlaf- und Küchenräume grundsätzlich nicht mitgenommen werden.

6.9 Für jede fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung der Hütte oder ihrer Einrichtung hat die Verursacherin bzw. der Verursacher aufzukommen. Für das Verhalten von Kindern sind die Eltern oder die sie begleitenden Personen verantwortlich.

7. Aufsicht, Beschwerden


7.1 Die Hütten-Wirtsleute üben das Hausrecht in Vertretung des Vorstands der hüttenbesitzenden Sektion aus.

7.2 Wer diese Hüttenordnung nicht einhält, kann von der Hütte verwiesen werden.

7.3 Beanstandungen und Beschwerden sollen an Ort und Stelle behoben werden. Ist dies nicht möglich, sind sie schriftlich an die hüttenbesitzende Sektion zu richten. Gegen deren Entscheidung kann der Beschwerdeführer bzw. die Beschwerdeführerin das Präsidium des Hauptvereins anrufen, wenn er bzw. sie geltend macht, die Sektion habe gegen Vorschriften des Alpenvereins verstoßen.

8. Schlussbestimmung


Diese Hüttenordnung muss in jeder Hütte aufliegen und jedem Gast mit der Aufforderung zur Einsichtnahme vorgelegt werden. Ein Auszug mit den wichtigsten den Hüttengast betreffenden Bestimmungen ist an gut sichtbarer Stelle auszuhängen.

Die Hüttenordnung ist gültig ab 1. Januar 2008.

Sie wurde verabschiedet von der OeAV Hauptversammlung, Bad Hofgastein, 20. Oktober 2007, der DAV Hauptversammlung, Fürth, 09./10. November 2007 und der AVS Hauptversammlung, 17. November 2007.